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Auch die kleinste Blume wächst dem Licht entgegen...

Der Winter hatte das Land fest im Griff. Die Erde war hart, die Luft kühl, und die Welt schien stillzustehen. In dieser scheinbaren Starre, verborgen unter der kalten Oberfläche, ruhte ein kleiner Samen. Er wusste nicht, was ihn erwartete, kannte nur die Dunkelheit um sich herum.

Doch tief in seinem Inneren spürte er eine leise Stimme, ein sanftes Flüstern: „Es ist Zeit.“

Zögerlich begann er zu wachsen. Stück für Stück drängte er sich durch die harte Erde, spürte den Widerstand, doch auch die wärmende Kraft, die ihn rief. Er konnte nicht wissen, was über ihm lag, doch er vertraute auf das Licht, das er nie gesehen hatte.

Tage vergingen, dann Wochen. Und schliesslich – ein Durchbruch. Die ersten Strahlen der Morgensonne berührten sanft sein zartes Grün. Er war kein Samen mehr. Er war ein Schneeglöckchen.

Inmitten des kargen Winters, während alles noch schlief, wagte es, die Welt mit seiner zarten Schönheit zu berühren. Nicht, weil es wusste, ob der Frühling nah war. Sondern weil es tief in sich fühlte, dass der Moment gekommen war.

Die wahre Kraft liegt nicht im Wissen um den Weg, sondern im Vertrauen, dass das Licht immer da ist – auch wenn wir es noch nicht sehen können.